Beispiele

Die folgenden Beispiele zeigen Ihnen, wie ausgehend von einer qualitativen Fehleranalyse (hier nur ein kurzer Abschnitt eines schulischen Testes) in der Lerntherapie Vorstelllungen von Zahlen und Rechenoperationen aufgebaut werden können.

 

Der Aufbau grundlegender Vorstellungen zu Zahlen, Rechenprozessen, Größen und komplexeren mathematischen Zusammenhängen bleibt bis zu den Inhalten der Klasse 10 die Basis meiner lerntherapeutischen Arbeit.

 

Die Arbeit an den fachlichen Schwerpunkte wird individuell ergänzt durch Übungen zur

Orientierung, Abstraktion und Konzentration, sowie durch Möglichkeiten zum Abbau von Lernblockaden und zur Stärkung von Lernmotivation und Selbstwertgefühl.

 

 

Aus den Lösungen dieser Aufgaben wird deutlich, dass das Kind die Bedeutung der Stellenwerte für die Rechenprozesse noch nicht erkannt hat und nicht auf passende Zahlvorstellungen zurückgreifen kann. Rechnen wird als "ich tue was mit den einzelnen Zahlen" gesehen, ohne die ablaufenden Prozesse zu verstehen.

z.B. 39-3 = 9 "Ich habe die 9 weggenommen, dann bleibt doch die 3 übrig."

 

 

Mit Materialien, die die Struktur des Zahlenraumes in geeigneter Weise abbilden, erarbeiten wir gemeinsam eine Zahlvorstellung. Etwas "begreifen" bedeutet hier, tatsächlich Materialien in die Hand zu bekommen, ihre Strukturen zu erkennen und den Stellenwerten damit eine Bedeutung zu geben.

Passende Vorstellungen der Mengen ermöglichen es, Rechenprozesse "sehen" zu lernen.

Sehen Sie die einzelnen Rechenschritte der Aufgabe 7 + 5?

 

 

 

 

 

7 + ....= 10 (Wie viele Plätze sind noch frei, bis der Zehner "voll" ist?)

7 +  3  = 10 (3 Würfel müssen noch dazu gelegt werden, dann ist der Zehner "voll".)

Die zehn einzelnen Würfel können in eine Zehnerstange getauscht werden. Ein neuer Stellenwert "entsteht"- ein Zehner.

5  -  3  =2 (Wie viele Würfel bleiben von den 5 Würfeln übrig, wenn ich 3 ´rüberlege?)

10 + 2 =12 (Eine Zehnerstange und die beiden Einerwürfel sind zusammen 12 Würfel)

Spiele unterstützen den Übungs- und Automatisierungsprozess. Unser Ziel ist es, dass die Aufgaben sicher in der Vorstellung gelöst werden können und wichtige Aufgaben später auch automatisiert abgerufen werden können.

In einem weiteren Schritt werden die Erfahrungen und Erkenntnisse auf größere Zahlenräume übertragen.

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